Wednesday, September 8, 2010


Australien 2009 - ” Der 9. und Singapur”

Dezember 1st, 2009 by erwin

Grüß Gott !

Dieser alte österreichische Gruß ist jetzt wieder angebracht, denn wir sind wieder zu Hause !

Wir sind am Sonntag um 09.30 Uhr wieder in der guten alten Stadt Enns gelandet und es ist schön wieder daheim zu sein.

Zum letzten Mal habe ich mich aus Perth gemeldet und angedeutet, dass wir die Stadt erkunden und zum Abschluß auf die “Perther Hausinsel”, nach Rottnest Island, fahren wollen. Wir haben alles genau so gemacht. Perth ist eine sehr lebendige Stadt, die es geschafft hat, das Alte mit dem Neuen zu verbinden. Es hat im Stadtkern schöne alte Häuser aber vor allem die hoch in den Himmel ragenden “Paläste” der Banken und Versicherungen prägen das Stadtbild. Wir wanderten durch den Kingspark mit dem Botanischen Garten sahen ein Radrennen mit rund 7000 Teilnehmern, besuchten ein Fußballspiel (Soccer) bewunderten (manchmal belächelten) den üppigen Weihnachtsschmuck in den Straßen und Geschäften. Kurzum, es wurde uns einfach nicht langweilig. Der Wettergott meinte es gut mit uns, all die Tage strahlte die Sonne vom blauen Himmel und es hatte so um die 35 Grad, ich hatte mir jedenfalls einen ordentlichen Sonnenbrand geholt.

Am Montag fuhren wir nach Rottnest Island, um 8.00 Uhr wurden wir vom Hotel abgeholt, ein Bus brachte uns zur Jetty (Bootsanlegestelle) zu einem Fährschiff, dass uns auf dem gewundenen, teils breiten Swan River die rund 15 km bis in den Hafen von Freemantle brachte. Die Fahrt dorthin war sehr schön, ein Yachtklub reihte sich an den anderen, sehr schöne luxeriöse Häuser mit den entsprechenden Yachen davor stehen dicht an dicht gedrängt am Ufer. Der Baugrund ist kostbar, steile Hänge werden mit Baggern so bearbeitet, dass man ein Haus darauf bauen kann. Im Hafen von Freemantle lagen Schiffe aus aller Herren Länder. Dort bestiegen wir die Fähre “Rottnest Express”, die uns in einer knappen halben Stunde zur rund 20 km entfernten Insel brachte.

Rottnest Island hat eine bewegte Geschichte, sie wurde 1696 vom Holländer De Vlamingh entdeckt. Er gab ihr den Namen “Rotte Nest” weil er die dort lebenden kleinen Baumkänguruh (”Quokkas”) mit ihren nackten Schwänzen als riesige Ratten hielt, der Name blieb ihr bis heute erhalten. Von 1838 bis 1903 war sie eine Gefängnisinsel für Aboriginalmänner, die dort zumeist auch starben, weil sie einerseits das für sie ungewohnte Klima nicht ertrugen und anderseits gegen die Krankheiten der Weißen keine Abwehrkräfte hatten. Während des ersten und zweiten Weltkrieges war dort ein Ahaltelager für Deutsche, Italienische, Japanische und auch Österreichische Kriegsgefangene. Anfang der 1950-er Jahre änderte sich ihre Verwendung schlagartig, sie wurde zunehmends “die” Ausflugsinsel der Bewohner des Großraumes Perth und dies auch zu Recht. Rottnest Island ist ein sehr schöne Insel, auf der es keine Autos (ausgenommen Versorgungsfahrzeuge und Kleinbusse) gibt und auf der auch nur jene Menschen leben dürfen, die dort arbeiten.

Die Insel ist ziemlich hügelig und kann nur mit Fahrrädern, zu Fuß oder vom Boot aus erkundet werden. Sie verfügt über eine Unzahl von wunderschönen Badebuchten, das Wasser hat alle Blau- und Grüntöne, ist Kristallklar und warm. Ein aus dem tropischen Norden kommender Strom sorgt dafür, dass man dort auch in der kühlen Jahreszeit baden und tauchen kann. Zum Schutz der Unterwasserflora wurden tausende Bojen gesetzt, an die die Boote festmachen können. Wahrlich ein Paradies wo wir uns wohlfülten.

Am Abend, nach unserer Rückkehr aus Rottnest Island wanderten wir noch durch die Straßen der Stadt und vergönnten uns zum Abschluß unseres Australienaufenthaltes in “Bobby Dazzlers Drink- and Eatery” ein “Turf and Surf” (=Steak mit einem halben Lobbster) und “Garlicprawns” (=Garnelen in Knoblauchsauce), ein Gedicht !!!

Am Dienstag packten wir unsere Sachen und machten noch einen Kurzbesuch in der “The Perth Mint”. Diese Münzprägeanstalt wurde bereits 1899 gegründet, ihre Aufgabe war es, den Goldsuchern einen angemessen Preis für ihr Gold zu bezahlen, damit zu handeln sowie Münzen zu prägen. Dies macht sie auch noch heute, man kann dort Münzen aber auch ausgefallene Goldnuggets in alle Größen  und Preislagen kaufen. Kurz nach 12.00 Uhr fuhren wir mit dem Taxi zum Flughafen und checkten auch sofort ein, das war gut so, schon im Hotel hatten sie uns geraten zumindest drei Stunden vor Abflug dort zu sein denn der Flughafen verfügt nur über relativ wenige Abfertigungsschalter. Die Wartezeit war auch ziemlich lang.

Um 16.35 Uhr hätten wir starten sollen, erst um 17.20 Uhr hob dann der Airbus der Singapur Airline ab, es dürfte auch noch ein Problem mit der EDV gegeben haben, den auch das Boarding dauerte lang. Die Maschine drehte nach dem Start ein große Schleife über Perth, so konnte ich noch ein paar schöne Fotos aus der Luft machen.  Nach etwa einer Stunde verschwand dann Australien im abendliche Dunst  Es wurde uns direkt etwas schwermütig ums Herz, als wir das uns lieb gewordene Land nicht mehr sehen konnten.

Der Flug nach Singapur verlief sehr angenehm, Singapur Airline ist nicht umsonst eine der besten Fluggesellschaften der Welt, das Service und das Unterhaltungsangebot ist einfach hervorragend. Trotz der Verspätung beim Start kamen wir pünktlichum 21.20 Uhr in Singapur an. Die Einreise verlief Problemlos, Ingrid hatte die Stange Zigaretten, die sie sich in Perth gekauft hat deklariert und das war gut so, den grundsätzlich dürfen in Singapur keine Zigaretten eingeführt werden nur bei Touristen, die einen Stopover wie wir machen, wird ein Auge zugedrückt.
Karin Danninger, mit der wir schon seit langer Zeit befreundet sind holte uns am Changi Airport ab. Karin lebt seit 15 Jahren in Singapur, sie hat bei Daimler einen guten Job und ist in Singapur voll Zuhause. Sie hatte uns bereits Karten für die MRT besorgt, sodaß wir uns am nächsten Tag sofort in das Gewühl stürzen konnten. Gewühl ist auch das einzig richtige Wort für diese Stadt. Singapur platzt aus allen Näten, es wird gebaut was das Zeug hält, sie ist schlechthin der Wirtschaftsmotor für den asiatischen Raum. Der Stadtstaat, er wurde erst 1965 gegründet, hat eine Fläche von nur rund 620 km2 auf der sich 4,5 Millionen Menschen drängen. Rund 75 % sind Chinesen, etwa 17 % Malayen, der Rest kommt aus der ganzen Welt.

Wir waren vor 10 Jahren zum letzten Mal dort, wir kannten die Stadt fast nicht mehr. Sentosa, früher eine Insel die in erster Linie der Erholung diente ist fast zur Gänze zugebaut, eine Attraktion löst die andere ab, nun werden noch Hotels und Hochschaubahnen gebaut, es ist Unglaublich was sich da abspielt.

Wir sind jedenfalls jeden Tag in der Stadt gewesen, haben das Chinesen-, Inder- und Araberviertel besucht und sind durch die Häuserschluchten der Innenstadt gewandert. Im berühmte Hotel “The Raffels” kauften wir uns in der “Long Bar” ein Bier und schmissen die Schalen der dazugereichten Erdnüsse auf den Boden, wie es dort schon seit über 100 Jahren der Brauch ist.

Donnerstag abends erlebten wir einen Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes. Karin hatte uns schon bei unserer Ankunft gesagt, dass sie Gratiskarten für eine Party im “Heli Pads” hat, wir glaubten dies sei eine Bar in einem Hochhaus. Wir waren auch dann pünktlich um 20.00 Uhr in einer Bar im 70. Stock des “Stamford” Hochauses. Als dann die Tür aufging und die vielen Leute eingelassen wurden, staunten wir nicht schlecht: eine schmale Treppe führte uns bis auf das Dach des Hochhauses, wo auf dem “Helipad”, dem Hubschrauberlandeplatz die Party stattfand. Es war unglaublich schön, die hellerleuchtete Stadt zu seinen Füssen zu sehen. diese Überraschung ist Karin wirklich gelungen.

Nach einer guten Stunde wurde dort oben der Geträngeausschank eingestellt, das Geschehen verlagerte sich in die Bar wo eine extra aus Deutschland eingeflogene Stardiscjockeyerin (Unshela oder so ähnlich) den Laden in Schwung brachte. Unglauiblich was das an teuren Sachen (Moetsekt etc.) konsumiert wurde. Gegen 23,00 Uhr hatten wir von dem Getümmel genug, wir fuhren mit dem Taxi nach Hause und warteten bis Mitternacht um Karin als erste zum Geburtstag, den sie am Freitag hatte, gratulieren zu können.

Das Wetter in Singapur ist sehr tropisch, heiß mit einer relativ hohen Luftfeuchtigkeit, wir hatten Glück, den ausgenommen kurzen Regenschauern war es trocken trotzdem schwitzten wir was das Zeug hält
Am Samstag waren wir nur mehr im engeren Bereich von Karins Haus, machten uns dann reisefertig und gingen nochmals gemeinsam in ein Restaurant. Um 20.30 Uhr fuhren wir mit dem Taxi zum Flughafen, dort checkten wir sofort ein und schauten bis zu unserem Abflug um 00,20 Uhr dem Treiben zu. Der 12 1/2-stündige Flug mit dem Airbus A 340-600 der LUFTHANSA nach München verlief absolut ruhig, wir haben fast zwei Drittel der Flugzeit verschlafen.
Am Sonntag, um 05.45 Uhr landeten wir in München, es hatte etwa 0 Grad. Nachdem wir in Perth gebraten und in Singapur gekocht wurden, war dies eine angenehme Erfrischung. Unser Auto dürfte sich über unser Kommen auch gefreut haben, es sprang sofort an und brachte uns gut nach Hause. Es wollte nur bei der Autobahnraststätte Donautal, dass wir eine Schnitte Leberkäse mit einer Brezze essen, wir taten ihm halt den Gefallen, blieben stehen und “zwangen” uns dazu dies zu tun !

Daheim angekommen führte uns der erste Weg zu meiner Mutter und gratulierten ihr nun auch ganz direkt zum Geburtstag, unsere gute Heimkehr war wohl das schönste Geschenk, ihr Gesicht strahlte so richtig, als sie uns sah !

Damit schließe ich die Berichte über unsere diesjährige große Reise die unseren geistigen Horizont wieder erweitert hat und sage:

Bis zum nächsten Mal, wer weiß wo wir uns dann herumtreiben werden  !!

Erwin und Ingrid

PS: Neue FOTOS gibts natürlich auch zu sehen
Erwin

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