Australien 2009 - “Der 4.”
erwin
G’day Mate !
So begrüsst man sich hier einfach !
Also, auch euch allen ein D’day, wir sind nach bisher rund 4.600 km zurückgelegter Wegstrecke in Exmounth, einem kleinen, aufstrebenden, jedoch sehr einsam gelegenen Feriendorf, an der Coral Coast am Indischen Ozean gelegen, angekommen.
Seit Broome haben wir viel erlebt und gesehen, vorweg, wir sind gesund und munter und fühlen uns in unserem jetzigen, größeren Wohnmobil sehr wohl. Es ist ein IVECO, ein “sechsgangautomatikgetriebenes” Auto mit viel Platz und großem Komfort, es ist trotz seiner rund 124.000 km am Buckel in einem Topzustand. Ingrid ist darüber ganz glücklich. Die Autorückgabe- und Neuübernahme in Broome war problemlos, mit unserem TOYOTA sind wir 2.814 km gefahren, am Schluß hatten wir uns direkt an ihn gewöhnt.
Jedenfalls starteten wir am 21.10. 2009 in Broome los und begannen die lange und einsame Strecke bis Port Hedland in Angriff zu nehmen. Unterbrochen wurde die schon im Reiseführer als “etwas Öde” beschriebe Fahrt durch einen zweitägigen Aufenthalt am “Eighty Mile Beach Caravan Park”, der eine wunderschöne Palmen- und Eukalyptusinsel im “Meer der Einsamkeit” darstellt. Der Campingplatz liegt an einem wunderschönen, völlig einsamen Sandstrand, wo auch Schildkröten ihre Eier ablegen, die Spuren einer Schildkröte, die in der Nacht ihre Eier ablegte, konnten wir beobachten. Das nächste Ziel, Port Hedland, ist eine rund 13.000 Einwohner zählende staubige Hafenstadt, wo das in den Minen der “Pilpara” gewonnene Eisenerz in alle Welt verschifft wird. Von den Minen, eine davon haben wir uns in Tom Price angesehen, wird es in bis zu vier Kilometer langen Zügen, die von fünf Loks gezogen werden, hunderte Kilometer hierher verfrachtet.
In Port Hedland blieben wir nur eine Nacht, dann fuhren wir den “Greath Northern HWY” Richtung Süden bis zum “Karinjini NP”, einem der Höhepunkte unserer Reise. Im moderst eingerichteten und harmonisch ins Landschaftsbild eingefügten Informationszentrum bezahlten wir unserene Eintritts- und Campingplatzgebühr, dann fuhren wir zum “Dales Camppground und richteten uns dort ein. Am nächsten Tag machten wir eine mehr als fünfstündige Wanderung durch die “Dales Gorge”, einer Schlucht mit interessanten Gesteinsformen und mit vielen Wasserstellen, die den Aboriginal auch heute noch wegen ihrer ganzjährigen Wasserführung - ein Segen in dieser trockenen Landschaft - heilig sind. Das Baden darin ist erlaubt, was wir auch wegen der Hitze, trotz bewölktem Himmel, weidlich auch ausnützten.
Tags darauf machten wir uns auf den Weg nach Tom Price, einer rund 1.200 Einwohner zählenden gepflegten Minenarbeiterstadt, die erst 1947 gegründet wurde. Dort machten wir eine Führung durch die “Rio Tinto Erzmine” mit. Eine Mine gewaltigen Ausmasses, wo das Eisenerz im Tagebau mit riesigen Baggern abgebaut, mit Lastern, “Haulis” genannt, transport, in gewaltigen Zerkleinerungsanlagen zertrümmert und auf die schon beschriebenen langen Züge zur Verschiffung nach Port Hedland transportiert wird. Am Campingplatz in Tom Price feierten wir mit zwei Münchner “Mädls, - beide um die 60 - die wir auf der Reise kennenlernten, gebührend unseren Mationalfeiertag. Es wurde unsere Fahne am Auto angebracht, gegrillt und mit einem Glas (oder waren es mehrere ?) Wein auf Österreich und uns angestossen. Übrigens, seit Sonntag ist der Zeitunterschied zu Österreich 7 Stunden, wir sind hier um sieben Stunden “früher dran”:
Gestern machten wir uns schon um 06.00 Uhr auf die Socken, es galt die lange Wegstrecke von Tom Price nach Exmounth zurückzulegen. Die Fahrt durch die abwechslungsreiche, bis zu 1.200 m hohe Bergwelt der “Pilbara” war sehr schön. Die “Pilbara” ist geologisch gesehen mit ihren 2 Billionen Jahren, eine der ältsten Landschaften auf der Welt. Durch das im Gestein enthaltene Eisenerz leuchten diese in einem rostigem Rot, sie bilden einen reizvollen Gegensatz zum Grün der Eukalyptusbäume und dem Goldgelb des Spinifexgrases.
Kaum zu glauben dass die Rinder, die man immer wieder neben der Straße sieht zwischen all den Sand, Geröll, Büschen und Bäumen, noch Nahrung finden. Auf die weidenden Tiere und auch auf Kängurus muß man bei der Fahrt höllisch aufpassen, ich möchte keine Kollission mit einer Kuh oder einen dieser “Hoppelmänner” erleben. Oftmals sieht man auch Eidechsen und Warane die Straße überqueren, ein etwa 2 m langer Waran, ein “Gouldsmonitor”, wie mir mein “weises Buch” verriet, war so feundlich und blieb am Straßenrand stehen, so konnte ich die Echse fotografieren. Auch ein Emu kreuzte unseren Weg, dieses Ding kam so rasch aus den Büschen heraus auf die Straße sodaß ich eine Vollbremsung hinlegte. Also, man muss hier mehr zur Seite als voraus- oder rückwärts schauen.
Auch diese Gegend ist sehr einsam, jedenfalls sahen wir ausser dem “Nanutarra Roadhouse” zwischen Paraburdoo und Exmounth auf der immerhin rund 600 km langen Strecke kein einziges Haus, geschweige den eine Ansiedlung. Lediglich Schilder weisen auf die oftmals mehr als 100 km abseits der Straße gelegenen “Rinderstations” hin. Es gibt daher dort auch kein Radio, kein Fernsehen, keinen Telefonempfang ausser man verfügt über ein teures Satelittentelefon, welches man hier aber bei der Bevölkerung häufig sieht. Westaustralien nimmt mit 2,5 Mio. km2 ein Drittel Australiens ein zählt aber nur rund 1,9 Mio. Einwohner von denen ca. 1,4 Mio. in der Hauptstadt Perth wohnen. Daher ist dieser Teil des 5. Kontinentes wirklich als einsam, aber schön zu bezeichnen.
Heute ist Mittwoch, der 28.10.2009, 09.00 Uhr Ortszeit, soeben erhielten wir von Dagmar eine SMS mit der Nachricht, dass Haritz Burli verstorben ist, dies tut uns sehr leid, unsere Gedanken sind bei ihm und unser Mitgefühl bei Hermi und Stefan !
Ich mach nun Schluß und melde mich wieder so bald es möglich ist. Ich hoffe, dass mir noch genügend Zeit zur Veröffentlichung neuer FOTOS bleibt, das Hochladen ins Webalbum erforderte in Broome rund 1 1/2 Minuten pro Bild ! Nachtrag: Hat hier überraschend rasch funktioniert, das hiese WLAN hat offensichtlich einen höheren Standart.
Liebe Grüsse an alle in der Heimat !
Erwin und Ingrid
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