Wednesday, September 8, 2010


Australien 2008 - “Der 11. und Letzte”

Mai 13th, 2008 by erwin

Wir sind wieder in der Heimat, ein herzliches “Grüß Gott” !

Am Pfingstsonntag, den 11.5.2008, 9.30 Uhr sind wir in der Hanuschstraße 23 in Enns aus dem Auto gestiegen, unsere Australienreise war damit endgültig beendet !

Den letzten Tag in Sydney haben wir noch sehr genossen. nach dem Hotelauscheck um 10.00 Uhr sind wir noch gemütlich durch den Hydepark spaziert, haben in das Queen Victoria Building mit all seinen Geschäften geschaut und sind schlußendlich wieder im Dalingharbour gelandet. Es war ein sehr schöner Tag, Sydney zeigte sich zum Abschied von der schönsten Seite ! Auf der Sonnenterasse eines Restaurates im Darlingharbour genehmigten wir uns noch einen Kaffee, erwiesen dann noch Buddha unsere Referenz, im nahegelegenen Park des Chinesenviertels wurde nämlich sein Geburtstag groß gefeiert, und gingen dann zum Hotel zurück.

Pünktlich um 12.40 Uhr, zur vereinbarten Zeit, holte uns der Shuttledienst vom Hotel ab und brachte uns zum Flughafen. Mit etwas Bauchweh checkten wir ein, wir hatten zwar viele schwere Sachen in unserem Handgepäck verstaut, das Reisegepäck wog aber immer noch um 19,5 kg zu viel. Wir hatten aber das Glück auf eine sehr umgängliche Dame des Bodenpersonals zu stossen, als ich ihr nämlich - in meiner charmanten Art (?) - erzählte, dass wir drei Monate in ihrer schönen Heimat unterwegs waren und wir uns hier sehr wohlgefühlt hatten, war das Übergepäck kein Thema mehr, nicht nur das, sie gab uns für den Flug von Sydney nach Bangkok noch Sitzplätze, wo wir unsere Beine ganz austrecken konnten !
Der 9 1/2-stündige Flug nach Bangkok war auch sehr ruhig und, nicht zuletzt wegen der Beinfreiheit, auch sehr angenehm. In Bangkok pünktlich angekommen, wurden wir von einem Angestellten gleich zum Gate D 4 für den Weiterflug nach Wien weitergeleitet. Schon nach einer kurzen Wartezeit begann das Boarding, die Boing 777 der AUA war vollbesetzt, als sie um 00.00 Uhr Bangkoker Ortszeit abhob. In diesem Flieger hatten wir nicht so viel Platz, aber in der “Holzkistenklasse” ist es halt nun einmal so. Es stellte sich schön langsam auch die Müdigkeit ein, sodass wir doch Einiges der 10 1/2-stündigen Flugzeit verschliefen.

In Wien angekommen mussten wir noch durch den Zoll, was kein Problem war, dann sahen wir Dagmar mit einem selbstgemalten Schild “Herzlich Willkommen Mama und Papa !” Wir freuten uns sehr sie zu sehen und ganz fest drücken zu können ! Sie brachte uns dann in sicherer und flotter Fahrt - dabei erzählte sie uns, dass sie wegen Schnellfahrens einmal € 20,00 Strafe bezahlen musste und einmal “geblitzt” wurde - nach Enns zurück.

Sie machte auch bei der Heimkehr ein Foto von uns, genauso, wie sie es bei unserer Abreise gemacht hatte, ein Kreis schloss sich !

Den abschließenden Worten meines letzten Berichtes möchte ich nichts mehr hinzufügen, es wurde alles gesagt was gesagt werden musste. Was noch fehlt sind Zahlen ! Zahlen sind meines Erachtens kühl und nüchtern, man kann sich mit ihnen nicht, im Gegensatz zu Buchstaben, blumig ausdrücken. Sie sind aber wichtig um Gegebenheiten und Tatsachen kurz und bündig darstellen, daher sollen sie auch hier nicht fehlen:

Zurückgelegte Strecke ………………………….: 15.375 km
Verwendete Mietauto (zwangsläufig)………….: 4
Mietdauer…………………………………………..: 83 Tage
Dieselverbrauch……………………………………: 2.317,00 l
Durchschnittsverbrauch por 100 km………….: 15,07 l
Dieselkosten……………………………………….: 3.782,00 AU$ (ca. € 2.508,00)
Durchschnittspreis pro Liter …………………..: 1,62 AU$ (ca. € 1,08)

An den 83 Tagen sind wir gefahren:
0 km: 26 Tage
1 - 99 km: 7 Tage
100 - 199 km: 14 Tage
200 - 299 km: 14 Tage
300 - 399 km: 10 Tage
400 - 499 km: 6 Tage
500 - 599 km: 5 Tage
600 plus km .: 1 Tag
Durchschnittskilometer (57 gefahrene Tage)…………………: 269,74 km
Anzahl der Campingplätze ……………………………………….: 35 in 5 Bundesstaaten

Mit diesen Zahlen schließe ich nun endgültig meine Reiseberichte. Es gab viele positive Reaktionen hiefür, ich möchte nicht verabsäumen, mich dafür herzlich zu bedanken, sie sind der Lohn für die vielen Stunden, die ich während unserer Reise am Computer verbrachte !
Ein herzliches “Auf Wiedersehen”

Erwin und Ingrid

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Australien 2008 - “Der 10.”

Mai 9th, 2008 by erwin

Ein letztes Mal ein “G’Day” aus Australien !

Wir sind am Mittwoch um 14.00 Uhr zum Ausgangspunkt unserer Rundreise, dem APOLLO Stützpunkt in Sydney, zurückgekehrt !

Unser letzter Bericht war aus dem Hunter Valley, ich will also dort fortsetzen. Am Samstag machten wir eine geführte Tour durch das Hunter Valley mit einer Weinverkostung in fünf “Kellereien” (eigentlich sind es Weinfabriken), einer Schokoladeprobe und der Verkostung von verschiedenen Produkten aus Oliven, verbunden mit einem Mittagessen, mit. Unsere Gruppe umfasste nur 6 Personen, zwei Ehepaare aus Sydney und uns, es herrschte eine gute Stimmung. Bereits um 10.00 Uhr war die Weinprobe in der ersten Kellerei angesetzt, zwei weitere folgten bis 13.00 Uhr, dann gab es das Mittagessen, die Schoko- und Olivenprobe, den Abschluss bildeten die zwei restlichen Weinkeller.

Keine Angst, es wurde keine Unmengen getrunken, die Probiergläser waren sehr klein, was auch gut war, den die produzieren hier alle sehr viele Weinsorten. Es war sehr interessant die verschiedenen Produktpräsentationen zu erleben. Die beste war im Weingut “Ivanhoe”, die schlechteste im “Iron Door”, wo wir aber einen Blick hinter die “Kellertür” machen konnten. Es werden hier von den rund 90 Weinbaubetrieben Unmengen produziert, die zum Teil selbst ab Haus verkauft werden aber vor allem in den Export gehen. Die Betriebe sind in teils sehr aufwändigen und modernen Gebäuden untergebracht, in denen auch Restaurants sind bzw, Veranstaltungen kultureller Art stattfinden. Die Vermarktung erfolgt sehr professionell, die Weine sind gut, die in Östereich von unseren Weinbauern produzierten Weine brauchen sich aber keinesfalls verstecken, im Gegenteil, zumindest mir schmecken sie besser !!

Am Sonntag sind wir früh aus dem Hunter Valley abgereist, wir hatten beschlossen nicht den kürzesten Weg in die Blue Mountains, unserem nächsten Ziel, zu nehmen sondern auf der einsamen, in der Literatur aber als schön und lieblich beschriebenen “Putty Road” nach Richmond und von dort nach Katoomba, dem touristischen Zentrum der Blue Mountain, zu fahren.

Wir mussten daher zuerst über Broke in Richtung Singleton fahren, dadurch kamen wir auch in das Uper Hunter Valley, wo es einige kleine Weinbaubetriebe gibt, die jedoch stark vom Kohleabbau bedroht sind. Die Fahrt auf der “Putty Road” war wirklich sehr schön, ab Bulga stieg die Strasse ständig an und folgte in einem engen, stark gewundenen Tal dem Lauf eines kleines Flusses. Wir fühlten uns wie im Mühlviertel, das enge Tal, der kleine Fluss, die Granitfelsen und der dunkle Wald, hier halt nicht aus Fichten-, sondern aus Eukalyptusbäumen. Oben angelangt das gleiche Bild, freie Flächen mit Rindern darauf und eher kleine Farmhäuser. Nach rund 2 Stunden “Einsamkeit” kam die erste Ortschaft in Sicht, dann führte die Straße hinab in das weite, fruchtabe Tag bei Richmond. In der dortigen Informationsstelle wurden wir - wie gewohnt - sehr freundlich bedient und mit Kartenmaterial über die Blue Mountains eingedeckt.

Von Richmond aus fuhren wir wieder nicht den direkten Weg nach Katoomba, sondern auf der “Bilpin Road” über Mt. Wilson. Auch diese Route war gut gewählt, sie war sehr abwechslungsreich und führte uns über mehrer Klimazonen ständig bergauf gehend in diesen Naturpark. Im Tal waren Palmen vorhanden, um Bilpin waren große Apfelplantagen zu sehen und ab Mt. Wilson gab es nur mehr Eukalyptusbäume. Diese geben den “Blue Mountains” auch ihren Namen, ihre über die Blätter ständig in die Luft abgegebenen ätherischen Öle lassen diese schönen und weiten Berge in einem blauen Licht erscheinen.

In Katoomba hatten wir wieder einen Höhepunkt unserer Reise, diesmal im wahrsten Sinne des Wortes, es war dies mit 957 m Seehöhe der höchstgelegene Campingplatz von allen 35, die wir bezogen hatten. In dieser Höhe war es speziell am Abend schon sehr kalt, noch dazu gab der Heizteil unserer Klimaanlage den Geist auf, wir behalfen uns halt mit den Flammen unseres Gasherdes, die unsere “Wohnung” halbwegs erwärmten. In der Früh hatten wir nur plus 7 Grad, das Aufstehen war daher bei dieser Temperatur nach der Hitze des Nordens eine Überwindung !

Am Dienstag gaben wir uns alles was Katoomba zu bieten hat, von der “Scenic World” aus fuhren wir zuerst mit der steilsten Eisenbahn Australiens, eigentlich einem Schrägaufzug, in das im Tal gelegene Regenwaldgebiet. Dort wanderten wir auf Boardwalks durch den dichte Wald, auf Schilder wurde man über die Bäume, Pflanzen und Tiere, die dort vorhanden sind bzw. leben informiert. Dann fuhren wir mit einer Seilbahn, Made by “Doppelbauer”, wieder zur “Scenic World” zurück. Dann gaben wir es uns richtig: mit dem “Skyway”, einer großen Gondel die zum Teil mit einem Glasboden versehen ist, überquerten wir in waagrecht Fahrt ein tiefes Tal. Der Ausblick in das Tal und über die steilen Felsen, dem Katoomba Wasserfall und zu den “Thre Sisters”, einem der Wahrzeichen der Blue Mountains, war sehr schön und spektakulär.

Leider verschlechterte sich auch an diesem Tag das Wetter, es gab sogar eine Sturmwarnung, wie uns der Seilbahnführer sagte. Es zogen zwar dunkle Wolken auf, aber es gab Gott sei Dank keinen Sturm und auch keinen Regen, es wurde nur noch etwas kälter. Wir gingen daher zum Wohnmobil zurück und verpackten alle Sachen, die wir nicht mehr unbedingt brauchten in die Reisetaschen. Am Abend wanderten wir in das etwa 2 Kilometer entfernte Stadtzentrum von Katoomba, der Ort hat uns irgendwie enttäuscht, trotz des vielen Fremdenverkehrs machte er auf uns einen etwas verwahrlosten Eindruck. Die Häuser waren in keinem sehr guten Zustand, die Vorgärten nicht so gepflegt, wie wir es in den anderen Gegenden gesehen hatten. Sehr viele Asiaten haben Geschäftslokale aller Art, es war kaum ein normales Speiselokal zu finden.

Am Mittwoch, nach einer kalten Nacht, gab es das letzte Frühstück in unserem fahrbaren “Haus”. In Wentworth schauten wir uns den dortigen Wasserall an, dann ging es endgültig Richtung Sydney zurück. Wir fuhren auf dem “Great Western” HWY durch die vielen Vororte bis Burwood, wo wir dann auf dem Motorway 5 bis zum Flugplatz fuhren. Wir wollten Teile unseres Gepäcks dort in ein Schließfach geben und uns auch informieren wo unser Abflugate ist bzw. ob sich an den Flugzeiten etwas geändert hat. Die letzte Information erhielten wir, es gab aber keine Schließfächer nur eine Aufbewahrungsfirma, die uns zu teuer war. Als wir zum Auto zurückkamen, wir waren etwa 10 Minuten weg, standen schon zwei grimmig dreinblickende Kerle dort. Wir standen in einem Halteverbotsbereich und es war niemand beim Auto, die beiden glaubten anscheinend, dass wir den Flugplatz in die Luft sprengen wollten. Einer von ihnen war extrem unfreundlich, jedenfalls hatten wir uns einen Strafzettel über AU$ 132,00 eingehandelt. Es war dies der Einzige in Australien, wir haben uns im Großen und Ganzen also ganz brav gehalten.

Vom Flughafen aus sind wir dann direkt zum nahegelegen APOLLO Stützpunkt gefahren, die Autorückgabe war kein Problem, die junge Frau, die uns bei der Übernahme bedient hatte, sagte, dass die Autos selten so gepflegt zurück gegeben werden. Das sie das sagte freute uns irgendwie, wir haben auch sehr gut darauf aufgepasst.
Mit einem Taxi sind wir dann in das Hotel im Zentrums Sydneys gefahren, am Abend spazierten wir in den “Darlingharbour”, es war schön nach so langer Zeit wieder die Luft der kosmopolitischen Weltstadt zu schnuppern.

Gestern kauften wir uns wieder “Explorer Ticket” und fuhren fast den ganzen Tag zuerst im Stadtzentrum und dann mit dem “Bondi Explorer” in die sehr noblen Aussenbezirke und zu den Stränden von Sydney. Vom Bondi Beach wanderten wir etwa eine Stunde lang entlang der schönen Küste zum Bronte Beach, wo wir dann wieder den Bus zur Rückfahrt in die Stadt nahmen. Zum Abschluß des Tages fuhren wir auch noch eine Runde mit der Monorail, so konnten wir alle Punkte, die wir schon bei unserem ersten Aufenthalt besichtigten, nochmals sehen.

Den größten Teil des heutigen Vormittags habe ich mit dem Herunterladen der Fotos und dem Verfassen dieses Berichtes verbracht. Ingrid hat sich inzwischen im Fernsehen die feschen Rugbyspieler angeschaut. Nachdem mich das Vernetzen der Bilder mit dem Reisebericht wieder “gefuxt” hat, hatte ich diese Arbeit vorläufig eingestellt. Wir sind durch den Hyde Park zur St. Marys Church gegangen, haben uns diese angesehen und eine Kerze als Zeichen der Dankbarkeit für die unfallfreie Reise angezündet. In 67 Tagen wird der Papst hierher kommen um am Weltjugendtreffen teil zunehmen und in der dieser Kirche eine Messe lesen.
Dann spazierten wir durch den Botanischen Garten zur Oper. Wir hatten das Glück eine Karte für eine einstündige Führung in der Oper zu ergattern. Aus unserer Sicht hält sie innen nicht das, was sie von aussen verspricht. Im Großen Konzertsaal war gerade ein Orchesterprobe für das Muttertagskonzert, auch wenn man bedenkt dass der Saal leer war, war der Klang der Musik irgendwie hart, kein Vergleich mit dem Haydnsaal ! Man merkt auch, dass der Architekt Jan Utzon auf Grund politischer Interventionen 1966 die Arbeit zurücklegte und andere Architekten das Haus fertigstellten. Es ist trotzdem ein imposantes Gebäude, in dem an sieben Tagen der Woche, ausgenommen am Christtag, Kunst auf höchstem Niveau dargeboten wird. Nach der Führung genehmigten wir uns im “Operncafe” zuerst einen Kaffee und dann, es ging schon die Sonne unter, einen “Sundowner”. Es war sehr schön, am letzten Abend in Sydney ein Glas Sekt im Angesicht der Skyline der Stadt, der Harbourbridge und vor allem dem der Oper zu genießen.

Von der Oper wanderten wir noch durch die quierlige Stadt, in der es nach Büroschluss wie in einen Bienenhaus brummt, bis in unsere Lieblingsgegend, dem Darligharbour. Dort kauften wir uns ein Abendessen, bevor wir ins Hotel zurückkehrten.

Dort packten wir nun endgütlig unsere Reisetaschen. Sie sind unglaublich schwer geworden obwohl wir nicht allzu viel eingekauft haben. Wir werden sehen, wie viel Übergepäck wir haben und ob wir dafür zahlen müssen !

Morgen um 15.50 Uhr (6.50 MEZ) startet der Flieger, der uns über Bangkok nach Wien/Schwechat zurückbringen wird. Dagmar hat die wegen der frühen Zeit undankbare Aufgabe übernommen uns am Pfingstsonntag um 05.35 Uhr dort abzuholen, wir freuen uns sie in die Arme schließen zu dürfen.
Australien, dieses Wort hatte für uns immer einen besonderen Klang, es war schon immer ein Traum in dieses großartige Land zu fahren und es so Nahe wie möglich zu erleben. Dieser Traum ist in Erfüllung gegangen, wir haben Landschaften gesehen, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt, wir haben Freunde aus vergangener Zeit wieder getroffen aber auch viele schöne Begegnungen mit anderen Menschen gehabt und neue Freundschaften geschlossen. Wir haben auf 35 Campingplätzen übernachtet, haben 15.375 km unfallfrei zurückgelegt und hiefür 2.317 Liter Diesel verbraucht. All dies und noch vieles Andere mehr hat Geld gekostet, es reut uns aber um keinen Cent, den wir hiefür ausgegeben haben.
Wir haben Erlebnisse gehabt und Erfahrungen gemacht, die auf Dauer bleiben und die unseren geistigen Horizont ein gutes Stück erweitert haben. Wir sind sehr dankbar dafür, dies erlebt haben zu dürfen !

Mit dieses wahrscheinlich sogar etwas sentimentalen Worten schließe ich meine Reiseberichte, ich hoffe sie haben euch interessiert und die gezeigten Fotos Freude bereitet.

Auf Wiedersehen in in der Heimat, wir freuen uns darauf !

Erwin und Ingrid

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Australien 2008 - “Der 9.”

Mai 2nd, 2008 by erwin

Byron Bay,
endlich im Gelobten Land, in Gottes ureigensten Fleckchen Erde, im Reich der tausend Mythen !

So überschwänglich beginnt Lonely Planet mit der Beschreibung dieses Ortes an der Gold Coast und so wollte ich meinen Reisebericht am 28.4., als wir in Byron Bay den Campingplatz erreichten (mit WLAN !) beginnen. Doch wieder einmal funktionierte das WLAN nicht !

Also sind wieder einige Tage vergangen um dieses Vorhaben umzusetzen, heute, wir sind an einen weiteren begnadeten Ort dieses großartigen Kontinentes, nämlich im Hunter Valley, klappt es. Wir sind auf einem BIG4 Campingplatz, diese sind neben den TOP-Tourist CP ziemlich die besten hier, und da funktioniert dieses Kommunikationsmittel halt. Nun der Reihe nach:

Unser Tagesausflug auf Fraserisland war eine Wucht, wenngleich auch das Wetter nicht so ganz mitspielte, es regnete nämlich wieder einmal. Wir wurden pünktlich vom CP abgeholt, der Fahrer, der zugleich auch der Führer auf Fraserisland war, stellte sich als Österreicher heraus, der seit rund 40 Jahren in Australien lebt. Franz, so hieß er, war nicht nur ein ausgezeichneter Fahrer, sondern auch ein großartiger Führer, der seinen Beruf mit Liebe ausführt und der mit viel Wissen über die Flora und Fauna dieser großartigen Insel ausgestattet ist. Wie gesagt, Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt, 174 km lang, im Mittel 15 km breit, der Sand reicht rund 600 m bis zum Meeresgrund, die höchste Erhebung ist ca. 280 m über dem Meeresspiegel. Sie hat die unterschiedlichsten Pflanzen und Tiere, viele davon sind endemisch, kommen also nur hier vor. Unter anderem ist auf dieser Insel der einzige Regenwald der Welt auf Sand vorhanden.

Unsere Reisegruppe bestand nur aus 16 Personen, die in dem 4WD-Bus ordentlich durcheinandergeschüttelt wurden. Auf der Insel gibt es keinen Meter befestigter Straße sondern nur Sandwege. Ein Höhepunkt besonderer Art ist es für viele Australier mit ihren 4WD’s auf dem kilometerlangen Strand mit über 80 km/h dahinzudonnern, dadruch gibt es aber auch die meister Unfälle auf dieser Insel.. Auf dem Strand ist auch ein Landeplatz für kleine Flugzeuge vorhanden. Franz machte uns darauf aufmerksam, dass “ein Freund von ihm” einen 15-minütigen Flug um nur A$ 70,00 anbietet. Na, was glaubt ihr wer in diesem Flieger sass, Erwin natürlich und mit ihm ein Tiroler ! Alle anderen hatten wegen des herrschenden starken Windes den “Schwanz” eingezogen. Wir hatten Glück, gerade als wir in der Luft waren, hatte es aufgeklart und die Sonne schien, als wir landeten regnete es wieder in Strömen !
Der Flug über die Insel war ein Erlebnis, den endlos langen weissen Strand gegen den die Wellen nur so heranrollten, den dichten Regenwald und die riesigen Sanddünen von oben zu sehen, war ein Eindruck besonderer Art. Ingrid hatte es sich inzwischen mit den anderen Teilnehmer der Gruppe bei Kaffee, Kuchen und Südfrüchten in der “Wilderness Lodge” gemütlich gemacht. Der Tag auf Fraserisland war jedenfalls einer, den wir nicht vermissen möchten.

Am nächtsen Tag verließen wir Hervey Bay um nach Nambour zu fahren, wo wir David McNamarra trafen, den wir vor 26 Jahren in Schieferegg kennen gelernt hatten. David lebt mit seiner Frau Alison und den beiden Kindern Liam (15) und Sophie (13) ganz in der Nähe des noblen Ferienortes Noosa Heads an der Sunshine Coast. Wir freuten uns über das Wiedersehen sehr, wenngleich dabei nicht die gleiche Herzlichkeit wie bei jenem mit Lyn Garside spürbar war. David und seine Frau sind im örtlichen Krankenhaus als Sozialarbeiter tätig, er betreut Drogenabhängige, sie Alkoholkranke. Sie haben ein schönes Haus auf einem Höhenrücken, etwa 300 m ü.d.M., mit einem grandiosen Ausblick bis zum Ozean. Am Sonntag zeigten uns David und Alison den Hauptort der Sunshine Coast, von der Sonne war leider keine Spur zu sehen, es regnete in Strömen. Trotzdem bekamen wir etwas vom Flair Noosa Heads zu spüren, dass sich selber als das Nizza Australiens bezeichnet. Die Hauptstraße ist übersäht mit sauteuren Läden, Restaurant und Appartements. Der Strand blitzsauber, mit feinem Sand, auf dem sich die Reichen und Schönen aalen, natürlich nur bei Sonnenschein !

Am Montag haben wir uns von den McNamarra’s verabschiedet und sind nach Tewantin gefahren um dort zwei Tage zu verbringen. Tewantin ist ein ruhiger Ort, von dem man mit Fähren oder per Taxi die Sunshine Coast erkunden kann. Anschließend fuhren wir nach Maroochydore, wo wir direkt am Strand einen sehr schönen Campingplatz fanden. Die Strandspaziergänge und der Sonnenuntergang bzw. deren Aufgang am nächsten Morgen waren dort ein sehr schönes Erlebnis.

David hatte uns auf einen Nationalpark in der Nähe aufmerksam gemacht und zwar auf den “Glass House Mountain NP”. Dieser Nationalpark ist etwas ganz Besonderes, aus einer nahezu kreisrunden, etwa 50 km im Durchmesser zählenden Ebene ragen zwölf, zwischen 150 m und 550 m hohe Berge empor, die im Glauben der Aboriginal eine Familie darstellen. In Wirklichkeit ist es Basalt, der in den Schloten eines Vulkans, welcher vor ca. 250 Millionen Jahren aktiv war, erkaltete und im Gegensatz zum sie einst umgebenden weicheren Gestein, das verwittert ist, stehen blieben. Es ist eine mystische Platz, der eine unglaubliche Ausstrahlung hat. Die Gegend ist darüber hinaus sehr fruchtbar, 30 % der australischen Annanas werden dort geerntete, aber auch Mango-, Bananen- und Avocadoplantagen haben wir gesehen.

Am späten Nachmittag sind wir von dort los gefahren um in Brisbane die Töchter von Lyn und Bruce (ihr wisst schon, die Farmer in Capella) Lyn und Aimee mit deren Freunden Daniel und Tom zu treffen. Als wir am Campingplatz ankamen riefen wir Carley an, die auch binnen kürzester Zeit mit Daniel bei uns war. Wir gingen gemeinsam Abendessen und vereinbarten ein Treffen am nächsten Tag. Sie holten uns frühmorgens ab und zeigten uns Brisbane. Brisbane ist die Hauptstadt Queenslands, hat rund 1,8 Millionen Einwohner und ist, im Gegensatz zu Sydney oder Melbourne eine völlig “relaxte” Stadt, von Hektik ist hier nichts zu spüren. Durch die Stadt windet sich der Brisbane River, der auch eine Hauptverkehrsstraße darstellt. Auf Fährschiffen, die wie Linienbusse verkehren, wird ein Großteil des täglichen Berufsverkehrs staufrei und schnell abgewickelt.

Zuerst fuhren wir auf den Aussichtsberg von Brisbane, dann mit einer Fähre auf dem Brisbane River bis zur Endstation und wieder zurück. Die Stadt vom Wasser aus zu sehen ist ein Erlebnis ! Am Abend besuchten wir ein Rugbyspiel, Carley und Daniel hatten uns Karten hiefür besorgt. Rugby ist DIE australische Sportart. 13 durchtrainierte Athleten jeder Mannschaft versuchen mit allen Mitteln den ovalen Ball hinter die Linie des gegnerischen Spielfeldes zu bringen. Daniel erklärte uns die Spielregeln, er brauchte nicht lange dazu, es gibt nämlich fast keine, denn es ist praktisch alles erlaubt. Nur Schläge, Tritte und Angriffe oberhalb der Schulter sind untersagt. Die Spieler sind nur mit Trikots, knappen Hosen, Stutzen und Stoppelschuhen bekleidet, kein Polster oder Helm schützt vor Verletzungen. Das Spiel dauert 2 mal 40 Minuten und ist ungemein schnell ! Übrigens, die heimischen “Broncos” siegten über die “Rabbitos” aus Sydney.

Am Samstag besuchten wir den Ort wo Ingrids Lieblingsgetränk herstellt wird, nämlich die Bierbrauerei XXXX. Das ist kein Schreibfehler, die Biermarke heißt “Four X”, daher schreibt man überall nur 4 x das X und jeder weiß, was gemeint ist. Am Nachmittag machten wir einen Spaziergang durch die Innenstadt und fuhren dann am Abend auf unserem Campingplatz, wir hatten die vier jungen Leute zu einem BBQ (Grillabend) eingeladen. Es war sehr gemütlich und für uns erfrischend mit den jungen Leuten den Abend zu verbringen. Auch sie hatten offensichtlich Spaß mit uns, sonst wären sie nicht bis zur Sperrstunde 22.00 Uhr (Beginn der Nachtruhe) geblieben.

Am Sonntag holten uns Carley und Daniel zu einem weiteren Höhepunkt unserer Reise ab, nämlich zu einem Spiel des “Australien Football”, eine ganz andere Art des uns bekannten europäischen Fußballes und auch mit dem australischem “Rugby” nicht zu vergleichen. Bei dieser Sportart versuchen 16 Spieler (das Spielfeld ist oval, 150 m lang und hat an der breitesten Stelle 100 m) jeder Mannschaft mit dem Fuß den ebenfalls ovalen Ball durch zwei hohe Torstangen zu schießen. Auch hier ist praktisch alles erlaubt, auch hier haben die Spieler kaum etwas an und auch hier ist das Spiel extrem schnell. Ich wette, daß ein europischer Fußballspieler bei diesem Tempo nach 10 Minuten vom Platz getragen werden müsste. Die baumlangen, durchtrainierten Spieler hier stecken die Anstrengungen aber mit “Links” weg.

Man sagt, dass viele der Frauen nur wegen der “knackigen” Körper der Spieler ihre Männer zu den Spielen begleiten, tatsächlich ist der Frauenanteil hier wesentlich höher als auf unseren heimischen Fußballplätzen ! Auch bei diesem Spiel haben die “Lions” gegen die “Devils” aus Melbourne haushoch gewonnen. Die Stimmung im Stadion war dementsprechend.
Am Montag verließen wir Brisbane und fuhren nach Byron Bay, den Ort, den ich Anfangs schon erwähnt hatte. Byron Bay ist wirklich ein Ort wo man sich wohlfühlt. Hier gibt es im Gegensatz zu Surfers Paradise, DEM Ferienort der Australier, keine Hochhäuser, keinen McDonalds oder sonstige Fast Food Ketten, all dies haben die Bewohner erfolgreich verhindert.
Byron Bay war bis 1960 ein verschlafenes Fischernest, das die Hippies damals für sich entdeckten. Später kamen immer mehr Touristen, die den Großteil der Aussteiger “vertrieben”, deren Ansturm konnte aber dem Flair des Ortes nichts anhaben. Kilometerlange Sandstrände laden zum Baden ein, sehr gute Restaurants, Pubs und Geschäfte versorgen die vielen Gäste, es herrscht hier keine Hektik, alles läuft “easy” ab.

Wir bekamen auf dem Campingplatz, der direkt neben dem Strand liegt, einen sehr schönen Platz zu gewiesen und genossen die Zeit dort bis Mittwoch sehr. Das Wetter war seit unserer Abreise in Tewantin sehr schön, wenngleich es in der Nacht schon sehr kühl wird. Auf Cap Byron steht ein wunscherschöner, 1901 errichteter Leuchtturm, dort ist auch der östlichste Punkt de Australischen Kontingentes, es war dies damit auch der östlichste Punkt unserer Reise.
Schon in Brisbane hatten wir beschlossen unsere Rückreise nach Sydney nicht mehr entlang der Küste fortzusetzen, sondern ab Byron Bay wieder in das Landesinnere zu fahren. Wir wollten in Tenterfield den Bald Rock NP besuchen. Die Fahrt dorthin war wieder ein Erlebnis besonderer Art. Zuerst überquerten wir erneut die Kontinentale Wasserscheide. Vorher, im Osten, sahen wir Zuckerrohrfelder, Bananen- und Mangoplantagen und dann, Richtung Westen war auf einmal wieder Weideland mit Rinder- und Schafherden darauf, zu sehen. Die Bergkette “Great Dividing Range” (heißt “Große Trennende Bergkette” (= Wasserscheide) ist in dieser Region ein relativ karges Granithochplatateau, in der sich vor rund 160 Jahren vor allem Schotten angesiedelt haben, die die Schafzucht mitbrachten. Es gibt hier Schafherden, deren Stückzahl in die Tausende geht.
Am Donnerstag machten wir unsere “1.Mai-Wanderung” auf den Bald Rock. Der Bald Rock ist der größte Granitmonolit Australiens, dessen Ausmasse mit denen des weitaus bekannteren Uluru (Ayers Rock) durchaus zu vergleichen sind. Es ist ein riesiger halbrunder Klotz, der rund 250 m über das Umland hinausragt. Für seine Umrundung muss man 14 km zu Fuß zurücklegen. Wir bestiegen ihn, und zwar hinauf auf einem sehr steilen Steig und hinab auf den zwar weiteren, aber flacheren Weg. Am Nachmittag fuhren wir dann über Glenn Innes bis in die Universitätsstadt Armindale, wo wir die Nacht verbrachten.
In Glenn Innes konnten wir die Endvorbeirtungen des alljährlich stattfinden “Celtic Festivals” erleben, zu dem viele Besucher, darunter Dutzende Dudelsackpfeifer, aus aller Welt kommen. Armindale ist eine sehr schöne gepflegte Stadt, die für ihre herbstliche Verfärbung bekannt ist. Wir können dies nur bestätigen, die vielen Bäume der Stadt strahlten in allen möglichen Farben. Die Einwohner hatten offensichtlich aus ihrer alten Heimat nicht nur Tiere, sondern auch Pflanzen mitgebracht, wir sahen in ganz Australien nirgendwo so viele verschiedene Arten von nichtheimischen Bäumen und Sträuchern wie hier.

Heute sind wir schon früh am Morgen losgestartet, wir wollten nicht zu spät in das Hunter Valley kommen, am Montag ist hi”Labourday, ein Feiertag, und wir befürchteten, dass wir wegen des verlängerten Wochenendes keinen freien Platz auf dem einzigen Campingplatz hier finden, unsere Befürchtung hat sich dann doch nicht bewahrheitet. Die Fahrt auf dem Hochplateau, das sich bis kurz vor Tamworth erstreckt, war sehr schön und abwechslungsreich. In Tamworth machten wir Halt und schauten uns die größte Guitarre (10 m hoch) der Welt an, diese Stadt bezeichnet sich als Hauptstadt der Country Music weil hier alljährlich ein Country Music Festival stattfindet bei dem der/die beste/r Sänger/in gekürt wird.

Dann ging es eine steile Straße von 1000 m auf 300 m hinab in das Uper Huntervalley, wo nicht nur Wein angebaut, sondern im großen Ausmaß Kohle abgebaut wird. Die Kohle wird in Tagebauweise gefördert, die ihre Spur in der Landschaft hinterlässt, keine sehr schöne Gegend, wir wollten daher auch nicht dort bleiben sondern in das älteste Weinbaugebiet Australiens, nämlich in das Lower Huntervalley fahren, wo wir nun auch gelandet sind.

Morgen machen wir eine geführte Tour in mehrere Weinkellerein mit, am Sonntag werden wir uns schön langsam über das Packen unserer “Siebensachen” machen, denn, nach dem Abstecher in die Blue Mountains vom kommenden Montag bis Mittwoch, endet unsere Rundreise.

Wie ihr seht, es geht uns sehr gut, wenngleich nun eine gewisse Wehmut einzieht, dass diese schöne, erlebnisreiche Zeit sich dem Ende zu neigt.

Ich werde mich von Sydney aus noch einal melden und dann Fotos ins Netz stellen, heute, es ist schon fast 22.30 Uhr, habe ich keine Lust mehr !

Also, bis Bald !!

Erwin und Ingrid

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